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Flowmedia GmbH

Nacura

Aktuelles - Details
Monatsrückblick September
04.10.13, 00:00 Uhr

das geschah im September:





Und der Tierheimalltag geht weiter:

 

 

Am 09.09. fanden wir am frühen Morgen bei unseren Mülleimern einen angefressenen Karton - leer. Darauf klebte ein Zettel: Ich bin 3 Monate alt.

Wir befürchteten, das sich das dort ausgesetzte Tier im Laufe der Nacht, bzw. den frühen Morgenstunden daraus befreit hatte und in Richtung Autobahn (100 m vom Tierheimgelände entfernt) gelaufen war (wie schon so oft geschehen).

Auf leises Rufen der Mitarbeiter ertönte jedoch ein zaghaftes Maunzen und ein kleine wunderschöne Silbertigerin tapste auf den Mitarbeiter zu. Laut schnurrend ließ sie sich auf dem Arm ins Tierheim tragen. Dort wurde sie erst mal versorgt. Wir tauften die kleine Maus auf den Namen Ginger. Sie und viele weitere Katzenkinder warten nun im Tierheim auf den richtigen Menschen, der sich der Verantwortung für ein Lebewesen bewusst ist!

 

Einen Tag später erhielten wir eine Anruf von einer Tierklinik in Gütersloh, man hatte bei ihrem Nachbarn zwei Transportboxen mit jeweils einer Katze vor die Tür gestellt.

Die Boxen waren wegen des Regens mit einem Regenschirm abgedeckt. Dabei lag ein Zettel worauf die Namen der beiden verstörten Tiere standen:

 

Kater Camillo, rot mit weißen Abzeichen, 8 Jahre alt und

Katze Blacky, schwarz mit weiß, 9 Jahre alt (Foto 1).

 

Beide hätten als Wohnungskatzen gelebt und sollten unbedingt zusammen bleiben, da sie sehr aneinander hingen. Sie seien weder geimpft noch haben sie eine Wurmkur erhalten. Camillo sei ein sehr verschmuster Kater und Katze Blacky auch, aber erst sobald man sich das Vertrauen der Kätzin verdient habe.

 

 

Mittlerweile konnte die Halterin ermittelt werden und es wurde Strafanzeige gestellt.

Beide Katzen verstehen natürlich die Welt nicht mehr. Sie erhielten den erforderlichen tierärztlichen Eingangscheck und wurden entfloht und entwurmt. Auch die erforderlichen Impfungen werden nun nachgeholt, damit sie nicht zu lange in der engen Quarantänebox sitzen müssen. Schön wäre natürlich, wenn sich schnell ein liebevolles Zuhause fände, wo Beide bis an ihr Lebensende bleiben dürfen. Ideal bei Wohnungshaltung ist natürlich ein eingenetzter Balkon. 

 

 

Wir möchten nochmal darauf hinweisen, dass das Aussetzen von Tieren strafbar ist. Wir führen eine Abgabeliste, wo wir je nach Platz die abzugebenden Tiere aufnehmen. Das kann kann manchmal natürlich einige Wochen dauern, da das Tierheim gerade jetzt zum Herbst wieder aus allen Nähten platzt. Sollte es an dem nötigen Geld für Futter oder Streu fehlen bis die Tiere in Tierheim kommen können, helfen wir solange natürlich gerne aus.

 

 

Am gleichen Tag erhielten wir den Anruf eines Versicherungsbüros in der Stadt, in deren Garten sich schon ein paar Tage ein Jungpfau aufhielte und nicht mehr wegging, man sei in Sorge ob er verletzt oder flugunfähig sei. Die Kollegen fuhren hin um sich einen Überblick zu verschaffen - als man sich jedoch dem Pfau näherte, hob er ab und suchte sich einen neuen Garten aus. Was ja auch sehr schlau ist, denn was soll ein Pfau im Tierheim, wird er sich gefragt haben.

 

Bereits einen Tag später die nächsten Anrufe: ein junges Mädchen hatte sich im Zoohandel 2 Hamster geholt, obwohl gerade viele dieser Rassen als Einzelgänger zu halten sind. Sie hielt sie beide zusammen und war mittlerweile stolze Halterin von 14 Hamstern. Sie bat um Hilfe und um Aufnahme der Tiere, denn dazu sind Tierheime ja auch da!! Da wir wie immer unter chronischem Platzmangel litten, rieten wir ihr ,erst mal den ihr nächsten Tierarzt aufzusuchen, um die Geschlechter bestimmen zu lassen und sie entsprechend zu trennen, bevor noch weitere unerwünschte Hamsterkinder gezeugt werden konnten. Wir besprachen, da wir keinen Platz für 14 weitere Käfige in unserer Kleintierstube hatten, das wir 1-2 aufnehmen würden, diese auf die Homepage stellen und so nach und nach ihre Hamster in artgerechte Zuhause vermitteln würden. Wir stellten ihr Käfige zur Verfügung um die Hamster solange getrennt unterzubringen. Sie war einverstanden. Jedoch erschien sie nicht und wir telefonierten ihr am nächsten Tag hinterher - da hatte sich die junge Dame bereits entschieden den "einfacheren Weg" zu gehen und sich der Verantwortung auf anderer Weise zu entledigen: die Hamster hatte sie in einem Zoohandelsgeschäft abgegeben und sie ihrem Schicksal (Schlangenfutter) überlassen.

 

Und schon der nächste Anruf: das gleiche Spiel, zwei im Zoohandel gekaufte Meerschweinchenmädels, entpuppten sich -  oh Wunder als ein Pärchen -  und plötzlich...richtig! - waren es 14! Auf Frage der Tierheim-Mitarbeiterin, wieso man denn nicht nach dem das Weibchen zum ersten Mal geworfen habe, die Tiere getrennt habe, konnte man keine Antwort geben. Es wäre ja auch  mit Umstand verbunden gewesen. Eine ehrenamtliche Helferin nahm sich der Tiere an, wir kastrierten die Böckchen und so konnten die Meerschweinchen nach und nach in artgerechte Haltungen vermittelt werden. Ach ja, die ehemaligen "verantwortungsbewussten" Halter überlegen gerade sich nun eine neue Tierart anzuschaffen........

 

Bei so viel Dummheit , seitens mancher Zoofachgeschäfte und der Halter, sind wir mal wieder fassungslos. Obwohl wir uns ja mittlerweile daran gewöhnt haben müssten. Mensch macht Fehler und Tier muss darunter leiden - das alte Lied! 

 

 

Aktuell gibt es sowieso wieder einen Run auf das Tierheim, aber nicht um ein Tier aufzunehmen, sondern um seines abzugeben. Plötzlich treten wieder alle möglichen Allergien auf, man hat für die Meerschweinchen oder Kaninchen keine Zeit mehr weil man beruflich sehr eingespannt ist (Gassigehen mit Kaninchen?!), die Katze maunzt plötzlich lauter als sonst und die Nachbarn beschweren sich und Hunde überfordern einen ja sowieso. Der wurde ja nur wegen dem Wunsch des Kindes angeschafft, aber wie das so ist, die Kinder haben ja schließlich auch noch andere Interessen....das müssen wir ja einsehen und als Tierheim seien wir ja verpflichtet die nicht mehr gewollten Tiere aufzunehmen......

Es gibt sicherlich gute und richtige Gründe ein Tier abgeben zu müssen: Tod eines Halters oder dessen Umzug in eine Pflegeeinrichtung, berufsbedingte Umzüge ins Ausland, Allergie eines Kindes - jedoch ist es teilweise unglaublich mit welchen fadenscheinigen Gründen die Menschen ins Tierheim kommen um ihren Wegbegleiter loszuwerden. Und es sind dann die Mitarbeiter die das Leid der abgegebenen Tiere ertragen und versuchen deren Leid zu lindern, so gut es in der knapp bemessene Zeit pro Tier geht.

 

Hunde die sich still in unter ihren Decken vergraben, um das Umfeld auszusperren. Hunde die ihr Leid laut herausschreien. Gerade in den Abendstunden wenn sich das Tierheim von den Besuchern geleert hat, bricht einem manches Mal fast das Herz, die Not dieser verlassenen Tiere zu spüren. Und warum: Gedankenlosigkeit, unüberlegte Erfüllung von Kinderwünschen – solch eine  Entscheidung muss die komplette Familie tragen - Egoismus.

Katzen die sich still aufgeben, das Fressen verweigern...Kaninchen und Meerschweinchen die wegen unsachgemäßer Haltung unter Abzessen, langen ins Fleisch eingewachsenen Krallen, Zähnen so lang, das eine Nahrungsaufnahme nicht mehr möglich ist...leiden. Das alles und vieles mehr tut Mensch dem Tier an.

 

Zu einer artgerchten Haltung gehören vorherige Information und Aufklärung, nur dann kann man bewusst entscheiden, ist man wirklich dazu bereit und in der Lage. Und natürlich die medizinische regelmäßige Vorsorge und Versorgung, sowie die Kastration. Ist man sich dessen und der Kosten bewusst, entscheidet man sich dann bewusst für die artgerechte Haltung des gewünschten Tieres, dann freuen die Tiere und wir uns auf Ihren Besuch.

Die anderen jedoch, beratungsresistent, nur an sich denkend: eine kleine Katze in Wohnungshaltung 40qm, den Schäferhund für die Etagenwohnung im 2. Stock ohne Aufzug, das einzelne Kaninchen, weil man ja nicht so viel Platz in dem Minikäfig im Kinderzimmer hat, denen wünschen wir Einsicht und Mitgefühl für die Bedürfnisse ihrer Mitlebewesen!

 

 

Trotz eines ruhiges Septembers konnten aber auch einige Insassen endlich das Tierheim verlassen:

 

Dragon, der imposante Mischlingsrüde fand seine richtigen Halter, die bereit sind unter kompetenter Anleitung mit ihm zu arbeiten und viel Zeit in ihn zu investieren.

 

Auch der freundliche Jack, der uns von seinen Besitzern als Fundtier untergejubelt wurde, fand die richtigen Menschen und konnte das Tierheim verlassen.

 

Die Katerkumpel, Arne und Matti, die sich im Tierheim kennen und lieben gelernt hatten, durften endlich gemeinsam in einen katzenlieben Haushalt ziehen.

 

Die arme Jule, die nach dem Tod ihres Frauchens von der Verwandtschaft ins Tierheim gebracht wurde und unendlich unglücklich war, auch sie fand eine neues Heim bei einem älteren Ehepaar, wo sie bald wieder ihren geliebten Freigang genießen darf.

 

Besonders freuten wir uns auch, dass einige unsere scheuen Katzen in artgerechte Haltungen umziehen durften: Kater Jakob zog zu einer anderen Katze auf ein ländliches Anwesen, wo er nach Wunsch draußen oder drinnen leben kann.

 

Und gemeinsam durften die scheuen Katzen: Blümchen, Fee und Kurt  auf einen umgebauten Hof nach Steinhagen ziehen. Alle dürfen dort ihrer Art entsprechend wählen, ob sie die Menschenhand wünschen oder nicht. Sie haben ein Dach über dem Kopf, erhalten regelmäßig einen gefüllten Napf und bedanken sich dort mit einem Job als Mäusefänger.

 

Abschiede der andern Art waren aber leider auch wieder dabei:

 

Katze Gina, eine wunderschöne, sehr liebe Katzendame ging am 05.09. von uns. Ein Infekt der nicht behandelt werden konnte, kostete sie das Leben.

 

Fund-Kaninchen Milhouse kam mit so einem schlimmen Abzess zu uns, dass wir nach zwei Wochen Behandlung aufgeben mussten.

 

Auch wenn ihr nur kurz bei uns wart, werden wir euch nicht vergessen! Wieder zwei Lebewesen, deren Halter vermutlich keine Gedanken mehr an das ehemals so begeistert aufgenommen Tier verschwendet haben.

 

 

Am 15.09.2013 hatten wir erstmalig unseren großen Trödelmarkt am und im Tierheimgelände. Trotz des guten Wetters (nach einer ungemütlichen Woche) war der Markt leider nicht so gut besucht, wie wir uns das gewünscht hätten. Gerade darum möchten wir uns bei allen Ausstellern, die erschienen sind, sowie den ehrenamtliche Helfern und Mitarbeitern für ihr Engagement herzlich bedanken.

 

Im Zuge dieser Veranstaltung wurde auch die Jerry-Gedenkdecke (Bild 2) verlost. Nochmals ganz herzlichen Dank der Herstellerin der Decke für die wunderbare Idee, die viele Arbeit und dem daraus resultierenden für alte Tiere gespendeten Erlös.

 

 

Zahlen vom September im Überblick:

 

Neuzugänge:

 

Hunde:       18 (davon 8 Fundhunde zurück zum Besitzer)

Katzen:      48 (davon 3 Fundkatzen vom Besitzer wieder abgeholt)

Kleintiere:   13

Vögel:          1

 

Vermittelt:

Hunde:        8

Katzen:      27

Kleintiere:   10

Vögel:          2

 

 

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